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Warum sich die Präqualifizierung lohnt

Wer sich um Aufträge der öffentlichen Hand bewirbt, muss zahlreiche Nachweise über den eigenen Betrieb erbringen. Reicht ein Unternehmen nicht alle erforderlichen Unterlagen ein, wird eine Bewerbung ausgeschlossen. Wer dieses Risiko und den bürokratischen Aufwand umgehen möchte, kann sich bei Präqualifizierungsstellen in eine Datenbank eintragen lassen.

Erleichterte Bewerbung um öffentliche Aufträge

Bauunternehmen kennen diese Praxis: Einmal im Jahr können sie sich bei Präqualifizierungsstellen (PQ-Stellen) zertifizieren lassen. Dort legen sie alle Unterlagen vor, die sie für jede öffentliche Ausschreibung einreichen müssen. Die PQ-Stelle prüft die Angaben.

Ist alles vollständig und in Ordnung, erhalten die Betriebe einen Zertifizierungscode und ihre Unterlagen werden in eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank eingestellt. Nimmt ein Betrieb nun an einer Ausschreibung teil, muss er dafür nur noch seinen Zertifizierungscode mitteilen. Die öffentliche Hand greift dann auf die standardisierten und vollständigen Nachweise in der Datenbank zu.

Ein entscheidender Vorteil, der Unternehmen vor Verfahrensfehlern schützt.

 Amtliches Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen

Unternehmen aus dem Liefer- und Dienstleistungsbereich können dem üblichen Aufwand öffentlicher Ausschreibungen entgehen. Baden-württembergische Handwerksbetriebe können sich über die IHK in das AVPQ  eintragen lassen:

 IHK-Auftragsberatungsstelle Baden-Württemberg

Die zu erbringenden Nachweise im Überblick

Die von Betrieben zu erbringenden Nachweise sind klar umgrenzt:

  • Anzahl der Beschäftigten
  • Berufsregisterauszug
  • Eigenerklärung über Insolvenz beziehungsweise Liquidation
  • Eigenerklärung zur Zahlung von Steuern und Abgaben
  • Eigenerklärung zu Straftaten
  • Gewerbeanmeldung
  • Handelsregisterauszug
  • Referenzen für mindestens drei Einzelleistungen
  • Umsatznachweise der letzten drei Jahre
  • Kopien der Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft und Eigenerkärung über Zahlungen
  • Kopie der Police einer Betriebshaftpflichtversicherung und Eigenerklärung über Zahlungen
  • ggf. Kopie der Handwerksrolleneintragung
  • ggf. Bescheinigung der IHK-Mitgliedschaft
 

Der Eintrag in die Datenbank lohnt sich

Die Präqualifizierung ist nicht so kompliziert, wie sie sich anhört – vielmehr ist sie eine vorwettbewerbliche Eignungsprüfung potenzieller Anbieter oder Lieferanten. 

Die oben genannten Unterlagen müssten ohne die Präqualifizierung für jede Bewerbung erneut zusammengetragen werden. Fehlt auch nur ein Dokument, schließen viele Behörden die Betriebe von vornherein aus.

Wer sich in die AVPQ-Datenbank einträgt, kann sich hingegen sicher sein, dass seine Unterlagen stets komplett sind.



Kosten und Nutzen abwägen

Das Zertifizierungsverfahren macht die öffentliche Auftragsvergabe sowohl für die öffentliche Hand als auch für Unternehmen einfacher und unbürokratischer. Eines muss aber jeder Betriebsinhaber für sich abwägen:

Die jährliche Zertifizierung bei den PQ-Stellen kostet Geld.

 Für große Unternehmen lohnen sich die Gebühren, weil sie sich regelmäßig um öffentliche Aufträge bemühen. Kleine und mittlere Handwerksbetriebe, die sich nur sporadisch um Aufträge von Kommunen, Land und Bund bewerben, sollten Kosten und Nutzen daher sorgfältig abwägen.



Weiterführende Informationen

PQ-VOB - Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen e.V.



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amh-online.de

Bernd-Mueller

Bernd Müller

Rechtsberater

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