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Corona: Was jetzt für Kosmetiker und Friseure gilt

Für Friseursalons, Kosmetikstudios und Barbershops gilt die Corona-Verordnung. Lesen Sie hier, welche Arbeiten im November und Dezember erlaubt sind.

 Was Friseure und Kosmetiker noch tun dürfen

Die Beschlüsse der Landesregierung, die in derCorona-Verordnung nachzulesen sind, betreffen auch die sogenannten körpernahen Dienstleistungen:

  • Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen seit dem 2. November schließen. Medizinisch notwendige Fußpflege und Podologie darf aber auch ohne ärztliche Verordnung weiter angeboten werden. Der Verkauf bleibt ebenfalls zulässig: Betriebe dürfen offenbleiben, wenn nur Waren verkauft werden.

  • Friseursalons und Barbershops, die nach derHandwerksordnung Friseurdienstleistungen erbringen dürfen und in dieHandwerksrolle eingetragen sind, bleiben unter den bestehenden Hygieneauflagen geöffnet. Die Betriebe dürfen jedoch nur normale Friseurdienstleistungen wie zum Beispiel das Waschen, Schneiden, Färben und Föhnen der Haare anbieten. Kosmetische Leistungen, jegliche Dienstleistungen am Bart sowie Wellnessbehandlungen sind – wie bei den Kosmetikern – nicht erlaubt. Ein Barbershop, der nur Bartpflege und Bartrasuren anbietet, darf nach § 13 Absatz 2 Nr. 11 Corona-VO nicht öffnen.

 Die genannten Verbote und Ausnahmen gelten unabhängig davon, ob die Dienstleistung in einem Ladenlokal oder mobil angeboten wird. 

  Bei Unsicherheiten informieren Sie sich bitte per E-Mail bei Ihrer zuständigen Behörde, also dem Amt für öffentliche Ordnung oder dem Ordnungsamt.

 Die Maßnahmen aus dem November wurden von der Landesregierung verlängert und gelten voraussichtlich bis zum 20. Dezember. Alle vorherigen Verordnungen für das Gesundheitshandwerk sind außer Kraft getreten. Es gelten die in der Corona-Verordnung dargestellten allgemeinen Infektionsschutzvorgaben.

 Von der Schließung betroffene Betriebe und Selbstständige können die Novemberhilfe beantragen.

Aufgrund des föderalistischen Systems der Bundesrepublik Deutschland gibt es im Zusammenhang mit den Regelungen zur Pandemie-Bekämpfung in allen 16 Bundesländern verschiedene Vorgaben und Maßnahmen. Darüber hinaus ist hier die Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative, Judikative) und der Grundsatz der Unabhängigkeit der Judikative zu berücksichtigen.

Das führt im Ergebnis dazu, dass es grundsätzlich (auch unabhängig von der Corona-Pandemie) zu unterschiedlichen Rechtsauffassungen und damit auch insbesondere in verwaltungsgerichtlichen Instanzen zu einer uneinheitlichen Rechtsprechung kommen kann.

Weitere Infos zum Urteil im Saarland und zur Urteilsbegründung bietet dieDeutsche Handwerks Zeitung.

Nach unserer Recherche liegen dem für Baden-Württemberg zuständigenVerwaltungsgerichtshof bereits aus unterschiedlichen Branchen – darunter auch von einem Kosmetik- und Nagelstudio – Eilanträge gegen die derzeit gültige Corona-Verordnung Baden-Württemberg vor.

Keiner dieser aktuellen Anträge hatte bislang Erfolg.

Selbstverständlich hat weiterhin jeder Betroffene die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten und gegen die Maßnahmen der Landesregierung zu klagen. Hier empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zu einem spezialisierten Anwalt (Fachanwalt für Verwaltungsrecht), den Sie zum Beispiel über die Rechtsanwaltskammer Stuttgart finden: 

Anwaltssuche der Rechtsanwaltskammer

Die Entscheidung, ob die Behandlung medizinisch notwendig ist, obliegt den Fachkräften selbst. Dies ergab eine Anfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) an das Ministerium für Soziales und Integration.

Medizinisch notwendige Einzelbehandlungen können von Kosmetikern also auch ohne Rezept durchgeführt werden.

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 Das fordern wir jetzt von der Politik

„Die Einschränkungen und Schließungen im November bedeuten besonders für Kosmetiker und Lebensmittelhandwerker harte Einschnitte. Die Hilfen des Bundes müssen so gestaltet werden, dass alle betroffenen Betriebe sie einfach und unbürokratisch beantragen können. Ansonsten ist zu befürchten, dass wie bei der aktuellen Überbrückungshilfe viele kleinere Betriebe schon beim Antrag scheitern.“

Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart

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STEFFENMUELLERFOTOGRAFIE

 

 Allgemeine Infektionsschutzvorgaben

  • Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung für Kunden und Mitarbeiter
  • Gewährleistung der Abstandsregelungen durch Begrenzung der Personenzahl und Regelung der Personenströme und Warteschlagen
  • regelmäßiges Lüften
  • regelmäßige Reinigung von Oberflächen und Gegenständen
  • Vorhalten von Handwaschmittel oder Handdesinfektionsmittel
  • Austausch von ausgegebenen Textilien nach einmaligem Gebrauch
  • Zutrittsverbot für Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu mit dem Coronavirus infizierten Personen hatten oder typische Symptome aufweisen
  • Pflicht zur Datenerhebung (weitere Informationen)
  • Erstellung eines Hygienekonzepts
  • Information über die einzuhaltenden Infektionsschutzregeln
  • Beachtung der Arbeitsschutzanforderungen gegenüber den Beschäftigten

 Weitere Anforderungen an den Arbeitsschutz

Der Arbeitsschutzstandard COVID 19 formuliert außerdem konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz:

  • Arbeitsschutz muss um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt werden.
  • Abläufe müssen so organisiert werden, dass Beschäftigte möglichst wenig direkten Kontakt haben.
  • Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern gilt auch bei der Arbeit.
  • Bei unvermeidlichem direkten Kontakt ist für zusätzlichen Schutz zu sorgen.
  • Zusätzliche Hygienemaßnahmen müssen vorgehalten werden.

 Vorschriften hinsichtlich des Auslegens von Zeitschriften sowie einer möglichen Bewirtung durch Getränke enthält die aktuelle baden-württembergischen Corona-Verordnung nicht. Hilfestellung bieten dieHinweise der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sowie die weiter unten verlinkten Arbeitsschutzstandards für das Friseurhandwerk.



 Spezielle Standards für Friseure, Kosmetiker und Fußpfleger

Zusätzlich gelten die Vorgaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege:

 Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk
 Arbeitsschutzstandard für Kosmetikstudios
 Arbeitsschutzstandard für Fußpflegeeinrichtungen/Nagelstudios
Arbeitsschutzstandard für die Podologie



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 Häufig gestellte Fragen zur Corona-Krise

Was bedeuten die Verordnungen der baden-württembergischen Landesregierung und die daraus resultierenden Einschränkungen konkret für Handwerksbetriebe?

Auf unserer großen F.A.Q.-Seite beantworten wir die wichtigsten Fragen:

Corona-Krise: Häufig gestellte Fragen

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