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Digitalisierung: Handwerks-Apps nutzen

Experte Eray Özmü verrät im Interview, wie Sie die kleinen digitalen Helfer nutzbringend in Ihrem Betrieb einsetzen können.

Nachgefragt beim Experten

Apps sind als kleine digitale Helferlein auf mobilen Geräten längst in unserem Alltag angekommen. Die praktischen Anwendungen können gerade im Handwerk nutzbringend eingesetzt werden. Wie, verrät App-Entwickler Eray Özmü von der Internetagentur econsor und Experte für Handwerks-Apps, im Interview:



Eine App kann doch keinen Nagel einschlagen. Wie können Handwerker von Apps profitieren?

Eine App bietet vor allem Hilfestellung für die Arbeiten um das Handwerkliche herum. Die Koordination zwischen Außendienst und Büro birgt sehr viel Potential zur Digitalisierung, beispielsweise bei der Rapporterfassung. Die Daten werden vor Ort über die App direkt ins System eingegeben. Eine App kann aber auch ganz neue Erlebnisse für den Kunden schaffen. Maler können zum Beispiel auf dem Tablet Räume verschieden einfärben. Oder man nutzt Augmented Reality (erweiterte Realität), um Treppenmodelle virtuell zu platzieren. Das macht Ihre Dienstleistung einmalig.

Welche Apps sind beim Handwerk beliebt?

Das größte Feld ist sicher das Fahrtenbuch. Eine App kann alle Routen aufzeichnen und als Excel-Datei ausgeben. Für eine Bäckerei haben wir eine Routenplanungs-App programmiert, die seit über einem Jahr täglich im Einsatz ist und von uns ständig weiterentwickelt wird. Das ist Beweis genug, dass sich der Aufwand lohnt.

Wie fange ich das Thema Apps am besten an?

Beziehen Sie die Mitarbeiter sehr früh ein und vereinfachen Sie zuerst die nervigsten Arbeitsschritte im Betrieb, dann haben Sie deren Unterstützung sicher. Nach einer Weile hören wir von Kunden oft, dass sie kaum noch ohne die Apps können. Es ist wie mit dem Smartphone: Man fragt sich heute, wie man es jemals ohne ausgehalten hat.

Wo finde ich die besten Handwerker-Apps?

Mit der Hochschule Heilbronn und der Handwerkskammer Region Stuttgart haben wir den App-Atlas entwickelt. In dieser Anwendung werden die interessantesten Apps für die unterschiedlichen Gewerke aufgelistet. Nutzer müssen kaum Geld investieren und können in den verschiedenen Kategorien nach interessanten Apps für den eigenen Betrieb suchen - ein sehr leichter Einstieg.

Wann sollte eine eigene App programmiert werden?

Das ist sehr individuell. Generell gilt: Je mehr Schnittstellen es zwischen den betrieblichen Prozessen gibt, desto eher lohnt es sich.

Wie finde ich den geeigneten IT-Partner?

Achten sollte man darauf, dass das IT-Unternehmen bereits Apps in derselben Richtung entwickelt hat. Solche Anbieter verwenden oft Komponenten aus einem Baukastensystem und sind so günstiger. Sprechen Sie einfach mit einer Agentur über ihre Vorstellungen. Ein idealer Partner versteht Sie und Ihre Anforderungen auf Anhieb und bringt Ideen für eine kostengünstige Umsetzung.

Was kostet mich der Spaß?

Handwerks-Apps sind für wenig Geld in den AppStores erhältlich. Eine eigene App fängt bei rund 2.000 Euro netto pro Plattform an (Google Android, Apple iOS). Ähnlich wie die Frage: "Was kostet ein Auto?", kann man diese Frage aber erst beantworten, wenn man die Anforderungen kennt. Durchschnittlich muss man mit circa 10.000 Euro netto rechnen. Tablets und Smartphones erhält man zwischenzeitlich bereits ab etwa 100 Euro.

Alle Serienbeiträge auf einen Blick

Hier finden Sie alle Beiträge aus unserer Serie "Digitalisierung? Was geht mich das an?" im Überblick:

Archiv: Serie "Digitalisierung? Was geht mich das an?"

Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere Serie "Was tut die Kammer für mich?", in der wir über 50 unserer kostenfreien Dienstleistungen für Handwerksbetriebe vorstellen:

Archiv: Serie "Was tut die Kammer für mich?"

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Thomas Gebhardt

Berater für Digitalisierung

Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart