Beeindruckt über die Einsatzmöglichkeiten einer Drohne zeigten sich Thomas Hoefling (r.) und Bernd-Michael Hümer im Gespräch mit Raumausstattermeisterin Hanna Schaaf beim Betriebsbesuch in Stuttgart-Zuffenhausen.
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Beeindruckt über die Einsatzmöglichkeiten einer Drohne zeigten sich Thomas Hoefling (r.) und Bernd-Michael Hümer im Gespräch mit Raumausstattermeisterin Hanna Schaaf beim Betriebsbesuch in Stuttgart-Zuffenhausen.

Hier ist die Digitalisierung schon Alltag

Im November besuchten wir die Firma Schaaf in Stuttgart, Noz Elektrotechnik in Ludwigsburg und die PS-Prototypenschmiede in Leinfelden-Echterdingen.

Der Weg zum digitalen Handwerk

Für viele Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart ist die Digitalisierung Alltag – denn nur so können sie ihre Qualitätsansprüche umsetzen. Vertreter der Handwerkskammer um Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling und den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Bernd-Michael Hümer besuchten drei dieser Betriebe Ende November und erlebten hautnah, wie unterschiedlich digitale Unternehmensstrukturen umgesetzt werden und welche Vorteile sie für das Handwerk haben.



Digitalisierung von Tag 1 an

Bei der PS-Prototypenschmiede aus Leinfelden-Echterdingen laufen fast alle Prozesse digital.
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Bei der PS-Prototypenschmiede aus Leinfelden-Echterdingen laufen fast alle Prozesse digital.

Die metallverarbeitende PS-Prototypenschmiede GmbH aus Leinfelden-Echterdingen hat sich schon bei der Gründung 2014 digital aufgestellt. "Wir haben unsere  Prozesse von Beginn an digitalisiert, damit unsere Produktion von hochwertigen Kleinserien funktioniert", so Betriebsinhaber Rolf Hädicke. "Der Automotive-Bereich ist hart umkämpft und wir können nur mit Qualität am Markt bestehen."

Die Prozessabläufe zwischen Konstruktion und Produktion sind schnell und standardisiert, so dass auf Kundenwünsche in kurzer Zeit reagiert werden kann. Ein ganz wichtiges Thema ist die regelmäßige Datensicherung: "Tägliche Backups sind absolut notwendig, sonst ist im Ernstfall unsere Arbeit weg."

Ganz papierlos geht es nicht

V.l.n.r.: Bernd-Michael Hümer, Seniorchef Reinhold Noz, Thomas Hoefling, Juniorchef Markus Noz.
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V.l.n.r.: Bernd-Michael Hümer, Seniorchef Reinhold Noz, Thomas Hoefling, Juniorchef Markus Noz.

Die Noz Elektrotechnik GmbH aus Ludwigsburg nutzt die Werkzeugverwaltung schon seit langem. "Digitalisierung ist für uns eigentlich kein großes Thema, weil wir das schon seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich umsetzen", erläutert Markus Noz, Juniorchef des Unternehmens. "Wir haben auf allen wichtigen Ebenen digitale Betriebsstrukturen eingeführt, aber ganz papierlos geht es trotzdem nicht."

Wichtig ist, dass der Betrieb immer wieder nachjustieren kann, wenn sich Abläufe in der Praxis nicht bewähren. Für Seniorchef Reinhold Noz wächst die Verantwortung der Betriebsführung mit der zunehmenden Digitalisierung: "Wir müssen auch immer unsere Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten im Blick haben."

Drohnen sorgen für Arbeitssicherheit

Beeindruckt über die Einsatzmöglichkeiten einer Drohne zeigen sich Thomas Hoefling (r.) und Bernd-Michael Hümer im Gespräch mit Hanna Schaaf.
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Beeindruckt über die Einsatzmöglichkeiten einer Drohne zeigen sich Thomas Hoefling (r.) und Bernd-Michael Hümer im Gespräch mit Hanna Schaaf.

Gemeinsam mit ihrem Bruder David übernimmt Raumausstattermeisterin Hanna Schaaf die Schaaf GmbH in Stuttgart-Zuffenhausen von ihrem Vater. Ihr jüngstes Projekt ist der Einsatz einer Drohne, die Schäden am Dach findet. Gerade bei der Wartung der Stuttgarter Stiftskirche ist diese moderne Technik hilfreich: Mitarbeiter werden nicht gefährdet und auf den Einsatz von teuren Hebebühnen kann verzichtet werden.

"Das ist eine enorme Erleichterung, wenn es zu Reparaturen kommt. Nachteil ist allerdings der lange Genehmigungsprozess." Im Betrieb ist Schaaf auch federführend für die digitale Werkzeugverwaltung verantwortlich. "Wir wissen jetzt, wer das Werkzeug hat, wo und wie lange es im Einsatz ist."

Thomas Gebhardt

Berater für Digitalisierung

Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart