KD Busch
Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführer Peter Friedrich.

HandwerkspolitikPolitische Positionen entwickeln und nach außen tragen

Unsere Stabsstelle Politik engagiert sich auf allen politischen Ebenen für das Handwerk und setzt sich dafür ein, dass die Region Stuttgart ein leistungsstarker Wirtschaftsraum bleibt. Lesen Sie hier, in welchen Bereichen wir politisch aktiv sind und was sich zuletzt getan hat.



Aktuelle politische Meldungen

amh-online.de/Sascha Schneider

Starkes Handwerk sucht junge Köpfe – Kammer setzt auf moderne Berufsorientierung

Pressemitteilung 002/2026 vom 26. Januar 2026

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HWK/Raphael Hertkorn

Das Handwerk bleibt Fundament der Region – aber unter Druck

Pressemitteilung 001/2026 vom 26. Januar 2026

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amh-online.de/Sascha Schneider

Investitionen müssen ankommen

Pressemitteilung 039/2025 vom 10. Dezember 2025

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Die Schwerpunkte unserer politischen Arbeit

 

Bildung

Das Handwerk in der Region Stuttgart leistet mit seinen 186.000 Beschäftigten einen großen Beitrag zu einem starken Wirtschaftsraum. Die betriebsnahe Aus- und Weiterbildung ist mit großen Investitionen für die Unternehmen sowie für die Lernenden verbunden. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass sich die Gleichbehandlung von akademischer und beruflicher Bildung, die sich die Politik auf die Fahnen geschrieben hat, in konkreten Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe, Berufsschulen, Lehrlinge und Weiterbildungsteilnehmende niederschlägt. 

Dass die Zahl der jungen Menschen ohne Berufsbildung und die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze gleichzeitig ansteigen, zeigt überdeutlich das Defizit der Berufsorientierung während der Schulzeit. Schülerinnen und Schüler wissen zu wenig über die Berufsvielfalt, insbesondere im Handwerk. Deshalb fordern wir eine unvoreingenommene und umfassende Berufsorientierung. Konkret soll an praxisnahe Aktionstage wie den „Tag des Handwerks“, der bereits an einzelnen Schulen stattfindet, angeknüpft werden.

Es gilt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Menschen, die im Handwerk beruflich weiterkommen oder eine Tätigkeit im Handwerk aufnehmen möchten, passgenau zu qualifizieren. Daher begrüßt das Handwerk das politische Ziel, durch Berufsvalidierungen und Teilqualifizierungen neue Fachkräftepotenziale für das Handwerk zu erschließen und Beschäftigte im Handwerk in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.
Das Handwerk bildet schon immer selbst die Fachkräfte von morgen aus. Zusammen mit den Berufsschulen und den eigenen Bildungsstätten sorgen wir dafür, dass junge Menschen auf dem neuesten Stand der Technologien und Verfahren sind. Um dies auch in Zukunft zu sichern, setzen wir uns für ausreichend Finanzierungsmittel für Investitionen in Bildungsstätten ein.
Schulen sollten unabhängig von der Schulart Lernorte für Kinder und Jugendliche sein, in denen sie bestmögliche Förderung erfahren. Wir setzen uns für die Gleichwertigkeit aller Schulformen ein, denn im Handwerk gilt: Entscheidend ist nicht der Schulabschluss, sondern ein fundiertes Grundlagenwissen in Deutsch und Mathematik sowie Motivation und Leidenschaft. Wir fordern außerdem, dass die Ressourcen bezüglich Ausstattung und Personal zwischen allen Schularten fair verteilt werden.


Arbeitsmarkt

Für das personalintensive Handwerk sind ein gut funktionierender Arbeitsmarkt, ein hinreichend flexibles Arbeitsrecht sowie passgenaue Tariflösungen von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und den Aufbau und die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Handwerksbetriebe können nur mit ausreichenden Fachkräften erfolgreich sein. Dafür sind die Rahmenbedingungen für die kleinen und mittelständischen Unternehmen des Handwerks so zu setzen, dass sie die Entfaltung unternehmerischer Kreativität und Innovationskraft stärken, statt sie zu beeinträchtigen. 

Auch wenn Handwerksbetriebe einen Großteil ihres Fachkräftebedarfs durch berufliche Aus- und Fortbildung decken, kann und muss seitens der Arbeitsmarktpolitik der Transformationsprozess dahingehend unterstützt werden, dass offene Arbeitsplätze möglichst zeitnah durch verfügbare Fachkräfte besetzt werden können.  Es sind geeignete arbeitsmarktpolitische Instrumente zu prüfen, die den Beschäftigungsübergang von industriellen Fachkräften, die Aktivierung von Arbeitslosen und Arbeitsmarktintegration von Migranten und Geflüchteten erleichtert

Im Handwerk steigt das Interesse an der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte. Zuwanderungen können den anwachsenden Fachkräftebedarf zumindest teilweise und dabei zugleich auch relativ zeitnah decken. Das 2023 novellierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) erleichtert den Zugang von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten ins Handwerk.

Die beschleunigte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, der Wegfall der Vorrangprüfung und flexible Beschäftigungsmöglichkeiten ermöglichen es kleinen und mittelständischen Betrieben, ihren Fachkräftebedarf schneller zu decken.

Das Handwerk hat ein großes Interesse daran, dass die Frauenerwerbstätigkeit weiter steigt und das Potenzial der gut qualifizierten Frauen noch besser erschlossen wird. Eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung beziehungsweise eine Erhöhung ihrer Stundenzahl hin zu einer Vollzeitbeschäftigung steht und fällt mit einer belastbaren Betreuungsinfrastruktur. Am Ausbau einer verlässlichen und flexiblen Kinderbetreuung insbesondere bei Kindern unter drei Jahren und in Grundschulen führt kein Weg vorbei. Doch nicht nur mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten stehen einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegen, auch im Bereich der Pflege wird die Situation für Familien und Angehörige zunehmend schwieriger. Die demografische Entwicklung wird das Problem in den kommenden Jahren verschärfen. Um sowohl steigende Kosten in den Griff zu bekommen als auch ausreichend Pflegeplätze anbieten zu können, braucht es auf Bundesebene eine umfassende Pflegereform und auf Landesebene Investitionen in die Pflegeinfrastruktur.

Weitere Informationen finden Sie auch in den Familienpolitischen Leitlinien des ZDH.
Veränderungen der Arbeitswelt und verbesserte digitale Gegebenheiten ermöglichen und erfordern eine Neugestaltung der arbeitszeitgesetzlichen Vorgaben. Die Handwerksbetriebe erwarten heutzutage auch im Interesse ihrer Beschäftigten größere Gestaltungsmöglichkeiten. Dies gilt insbesondere in Bezug auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeit (wie etwa die Abkehr von einer wöchentlichen Höchstarbeit) und die Einführung einer täglichen Höchstarbeitszeit im Einklang mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Die Debatte um die Vier-Tage-Woche zeigt, wie wichtig flexible Arbeitszeitmodelle für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind.

Die Tarifpolitik im Handwerk spielt eine wichtige Rolle, um angemessene Arbeitsbedingungen, angemessene Löhne und eine sozial ausgewogene Arbeitsmarktstruktur zu gewährleisten. In der Regel erfolgt dies in den jeweiligen Branchen über tarifvertragliche Strukturen, die die Tarifpartner in eigener Verantwortung festlegen. Die Tarifpartner bestimmen die wesentlichen Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeit, Arbeitslohn und Urlaubsbedingungen und schaffen damit die Grundlage für einen ausgewogenen Wettbewerb innerhalb der jeweiligen Branche. Politisch gesehen haben daher Tarifverträge und eine hohe Tarifbindung einen großen Stellenwert für das Handwerk.

Trotz der begrüßenswerten Intention, faire Arbeitsbedingungen zu sichern, schafft der Entwurf des Bundestariftreuegesetzes für kleine und mittlere Handwerksbetriebe neue bürokratische Hürden, die ihre Beteiligung an öffentlichen Aufträgen erschweren. Statt die Tarifbindung zu stärken, drohen die vorgesehenen Vorgaben Wettbewerber auszuschließen und die Entlastungsbemühungen des Vergabetransformationspakets zu konterkarieren.

Weitere Informationen finden Sie in der Stellungnahme des ZDH zum Tariftreuegesetz.



Bürokratieabbau

Die Rechtssicherheit und einheitliche Regelungen sind unerlässlich, um komplexe Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen zu ordnen und einen rechtsstaatlichen Umgang mit Behörden zu gewährleisten. Jedoch hat die damit verbundene bürokratische Belastung im Handwerk ein Niveau erreicht, das die Handwerksbetriebe an ihre Grenzen bringt. Gerade kleine Betriebe sind überproportional von Bürokratie betroffen. In vielen Fällen müssen sie identische Anforderungen wie Großunternehmen erfüllen, ohne auch nur annähernd vergleichbare Ressourcen zu haben. Die Vielzahl an Dokumentations- und Berichtspflichten ist dabei ein besonders großes Problem.

Weitere Informationen finden Sie auch im Maßnahmenmonitor des ZDH und in einem Positionspapier von HANDWERK BW.

Zum Bürokratieabbau gehört zwingend die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung. Doch weder Bund noch Länder oder Kommunen kommen bei der Digitalisierung öffentlicher Dienste schnell genug voran. Deutschland befindet sich bei der Digitalisierung seiner öffentlichen Verwaltung weiter auf den hintersten Plätzen in Europa. Hindernisse ergeben sich zum einen aus den föderalen Strukturen und starren Verwaltungstraditionen. Zum anderen verhindert die Beauftragung öffentlicher IT-Dienstleister durch die Verwaltung Qualitätsverbesserungen und Kostensenkungen, die in einem wettbewerblichen Markt zu erwarten wären.

Die Landespolitik hat das Problem erkannt und mit der „Entlastungsallianz“ den Anspruch, den Aufwand für Unternehmen und Verwaltung wirkungsvoll zu minimieren. Bundesweit soll die im Oktober 2025 beschlossene Modernisierungsagenda für Staat und Verwaltung Entlastung bringen. Entscheidend ist, dass digitale Verwaltungsangebote einfach zugänglich, standardisiert und möglichst kostenfrei nutzbar sind. Aus Sicht des Handwerks ist es notwendig, Schwerpunktbereiche zu digitalisieren, parallel ein Umsetzungskonzept zu entwickeln, verwaltungsintern Projektmanagementkompetenzen aufzubauen, die Digitalisierung mit der Querschnittsthematik des Bürokratieabbaus zu verzahnen sowie ein Recht auf vollständige digitale Abwicklung von Verwaltungsleistungen für Unternehmen zu verankern



Infrastruktur

Das Handwerk ist traditionell ein besonders eng mit den Kommunen verbundener Wirtschaftsbereich. Die Innenstädte und Ortsteilzentren sind noch immer ein wichtiger Standort zahlreicher Handwerksbetriebe aus den verschiedensten Gewerken. Die ansässigen Unternehmer wünschen den Erhalt dieser Standorte, um auch für die Zukunft die Nähe zu ihren Kunden sichern zu können. Währenddessen haben sich für innerstädtische Handwerksbetriebe die Möglichkeiten zur Standortsicherung und Weiterentwicklung verschlechtert. Viele traditionelle städtische Handwerksstandorte werden zunehmend für andere Nutzungsarten beansprucht. Gleichzeitig verringert sich auch die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen am Stadtrand und im Umland. Die weitere mittelstandsgerechte Ausgestaltung der Stadtentwicklung ist deshalb für das Handwerk von großer Bedeutung.
Schlechte Straßen und tägliche Staus in Innenstädten kosten Handwerksbetriebe viel Geld. Der Investitionsstau bei Bund, Ländern und Kommunen führt zu einem mangelhaften Zustand des Verkehrswegenetzes. Die Politik muss sich deshalb im Rahmen des beschlossenen Sondervermögens verstärkt um die Reparatur und Instandhaltung der Straßeninfrastruktur, den gezielten Abbau von Verkehrsengpässen und den Ausbau des ÖPNV kümmern.
Energie ist der sprichwörtliche Treibstoff für die Wirtschaft. Um die Versorgung zu sichern, muss das Angebot erweitert und die technische Infrastruktur zügig ausgebaut sowie angepasst werden. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Region Stuttgart zu sichern, ist eine erfolgreiche Transformation der Energieversorgung hin zur Treibhausneutralität von großer Bedeutung. Ein massiv beschleunigter und erhöhter Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten für Photovoltaik und Windenergie ist unumgänglich
Als Familienunternehmen sind Handwerksbetriebe häufig seit Generationen in ihren Regionen verwurzelt. Das Handwerk ist dadurch aber in besonderer Weise auf funktionsfähige regionale Umfelder angewiesen. Neben einem mittelstandsgerechten ordnungspolitischen Rahmen setzt dies eine nachhaltige Regionalpolitik voraus, die zur langfristigen Sicherung der wirtschaftlichen Standortbedingungen, zur Schaffung von leistungsfähigen Infrastrukturen und zur Gewährleistung attraktiver Lebensbedingungen vor Ort beiträgt.

Weitere Informationen finden Sie im Positionspapier Regionalpolitik und Handwerk des ZDH.

amh-online.de/Sascha Schneider



Mobilität

Mobilität ist für viele Handwerksbetriebe ein Schlüsselthema, ob bei der wohnortnahen Versorgung von Kundinnen und Kunden, bei Fahrten zu Serviceeinsätzen oder für den Transport von Arbeitsmaterialien. In den letzten Jahren nahmen die Belastungen für Handwerksbetriebe erheblich zu. Die Einrichtung von Fahrverboten, Ausdehnungen von Mautsystemen und die Einführung der digitalen Tachographen sind nur einige Beispiele. Das Handwerk fordert daher, dass die besonderen Erfordernisse des Handwerks bei der verkehrspolitischen Gesetzgebung auf nationaler, europäischer und kommunaler Ebene stärker berücksichtigt werden.

Die Mobilität muss sich in Zukunft weiterentwickeln. Sie muss effizienter und emissionsärmer werden. Das Handwerk unterstützt die Anstrengungen zur Schadstoffreduzierung im Fahrzeugbereich und das Ziel der emissionsarmen Mobilität. Elektromobilität spielt durch das sich ausweitende Fahrzeugangebot auch im gewerblichen Bereich eine wachsende Rolle. Immer mehr Gewerke setzen erfolgreich leichte und mittelschwere Nutzfahrzeuge, leistungsfähige Pkws sowie Leichtfahrzeuge und E-Lastenräder im betrieblichen Alltag ein. Kurz- und mittelfristig gibt es derzeit allerdings für viele Einsatzbereiche im Handwerk noch zu wenige Alternativen zum Diesel.
Die kommunale Parkraumbewirtschaftung ist für das Handwerk von großer Bedeutung, da sie unmittelbare Auswirkungen auf die Mobilität der Betriebe hat. Damit knapper Parkraum nicht Hindernis für die Auftragserledigung wird, müssen Stellflächen für Handwerksfahrzeuge in direkter Nähe der Auftragsorte und an innerstädtischen Betriebssitzen bereitgestellt werden. Wir setzen uns außerdem für die Einführung eines Handwerkerparkausweises ein.
Der wichtige Anteil des Handwerks bei Erhalt, Entwicklung und Versorgung nachhaltiger Siedlungsstrukturen sollte sich auch angemessen im Straßenverkehrsrecht widerspiegeln. Das Handwerk setzt sich für eine Verankerung der Interessen von gewerblichen Nutzern und Versorgern im Straßenverkehrsrecht ein, um handwerkliche Verkehre und das Abstellen von Fahrzeugen sowohl am Betriebssitz als auch beim Kunden gezielter berücksichtigen zu können.

Weitere Informationen finden Sie in der Resolution unserer Vollversammlung.


Soziale Sicherung

Im Gegensatz zur Industrie machen die Lohnkosten in manchen Handwerksbetrieben bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten aus. Starke Steigerungen der Lohnzusatzkosten schlagen besonders heftig zu Buche und drohen, Arbeit unattraktiv zu machen. Die gesamten Lohnnebenkosten müssen deshalb wieder dauerhaft unter die Marke von 40 Prozent gesenkt werden, damit sich Arbeit wieder lohnt, und personalintensive Produkte und Leistungen bezahlbar bleiben. Wir brauchen mutige Reformen bei der Finanzierung der Sozialversicherungssysteme. Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass Sozialsysteme auch in Zukunft finanzierbar bleiben.

Wenn man möchte, dass junge Frauen das Wagnis einer Selbstständigkeit eingehen und als Führungskräfte Verantwortung für einen Betrieb übernehmen, brauchen sie die Sicherheit, dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Eine Schwangerschaft darf nicht zum unternehmerischen Risiko werden. Bestehende Regelungen zum Mutterschutz konzentrieren sich bislang fast ausschließlich auf Arbeitnehmerinnen, nicht auf Selbstständige. Unternehmerinnen müssen daher noch deutlich stärker über ihre Absicherungsmöglichkeiten durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherer informiert werden. Zudem braucht es Instrumente, um Unternehmerinnen vor und nach der Geburt so in der Betriebsführung zu unterstützen, dass keine Einkommensverluste entstehen. Die Bundesregierung ist daher gefordert, tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln, die die Absicherung während der Schwangerschaft und nach der Geburt für weibliche Selbstständige verbessern.

Durch eine allgemeine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige können Anreize reduziert werden, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung durch (Solo-)Selbstständigkeit zu ersetzen. Dadurch können Wettbewerbsverzerrungen im Handwerk verringert, die inkonsistente Handwerkerrentenversicherung abgeschafft und dem Risiko von Altersarmut entgegengewirkt werden. Bei Einführung einer Altersvorsorgepflicht muss eine Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher Rentenversicherung und privater Vorsorge sichergestellt werden. Zudem braucht es ein unbürokratisches und digitales Verfahren.


Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Ziel der Europäischen Union, wird jedoch zunehmend im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit betrachtet. Die EU-Kommission hat ihren Schwerpunkt zuletzt stärker auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verlagert und verbindet Klima- und Umweltziele enger mit Wachstum, Innovation und Resilienz. Für Unternehmen bedeutet das: Nachhaltiges Handeln soll nicht nur ökologisch wirksam sein, sondern zugleich praktikabel bleiben und die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen und globalen Umfeld sichern.

Nachhaltigkeitsberichte dürfen Unternehmen nicht lähmen. Daher setzt sich das Handwerk für einen EU-weiten freiwilligen vereinfachten Berichtsstandard ein, um Betriebe vor unnötiger Bürokratie zu schützen (sogenannter VSME-Standard). Wir begrüßen, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Projekt „KMU-Modul Handwerk“ finanziert. In diesem Projekt entwickelt die ZWH (Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V.) in Kooperation mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex ein Online-Tool zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Der europäische Binnenmarkt bietet dem Handwerk große Chancen, insbesondere für grenzüberschreitende Dienstleistungen. Die EU-Kommission hat im Mai 2025 eine neue Binnenmarkt-Strategie vorgestellt, die auf einen modernen, einheitlichen und digitalisierten Binnenmarkt mit klarem Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abzielt. Aus Sicht des Handwerks ist entscheidend, dass das Prinzip „Think Small First“ konsequent umgesetzt wird und Vereinfachungen tatsächlich im Betriebsalltag ankommen – etwa durch einheitliche digitale Meldeverfahren, das Once-Only-Prinzip und verlässliche Identifikationslösungen für KMU. Gleichzeitig müssen bewährte Qualifikations- und Qualitätsstandards erhalten bleiben und bestehende Binnenmarktregeln europaweit einheitlich angewendet werden. Ein funktionierender Binnenmarkt darf nicht zu zusätzlicher Belastung führen, sondern muss fairen Wettbewerb ermöglichen und die Leistungsfähigkeit des Handwerks in Europa stärken.

Weitere Informationen finden Sie in der Stellungnahme des ZDH zur EU-Binnenmarktstrategie.


Energiepolitik

Für das Handwerk ist eine verlässliche Energieversorgung von zentraler Bedeutung. Energie muss grundlastfähig bereitstehen und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein, damit Betriebe wirtschaftlich arbeiten können. Daher bleibt das Handwerk bei seiner Forderung: Es muss eine Stromsteuersenkung für alle kommen und sie muss unbürokratisch sein
Damit Betriebe in neue Technologien investieren und sich weiterentwickeln können, brauchen sie langfristige Planungssicherheit und politische Verlässlichkeit. Förderprogramme für energetische Maßnahmen sollen dauerhaft, transparent und leicht zugänglich sein. Ebenso wichtig ist der Abbau von Bürokratie, sodass Fördermittel schneller und unkomplizierter genutzt werden können.

Das Handwerk ist der Schlüssel zur Umsetzung von Energiewende und Klimaschutz. Handwerkerinnen und Handwerker machen Gebäude energieeffizient, installieren erneuerbare Technologien und tragen täglich entscheidend dazu bei, die ambitionierten Klimaziele direkt vor Ort und mit praxisfähigen Lösungen umzusetzen. Die Investition in Berufsbildungsstätten zur Qualifizierung und Weiterbildung ist daher nicht nur ein Anliegen des Handwerks, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Gleichzeitig müssen regionale Handwerksorganisationen von Anfang an in die kommunale Wärmeplanung eingebunden werden, denn sie verfügen über die notwendige praktische Expertise für eine effiziente, klimafreundliche und technologieoffene Wärmeversorgung.

Weitere Informationen finden Sie in den Leitlinien zum Meistern der Energiewende des ZDH.



amh-online.de



Statistiken und Dokumentationen

Handwerkspolitische Berichte

Die Berichte erscheinen zweimal im Jahr im Rahmen der Vollversammlung und dokumentieren unsere aktuelle Arbeit in verschiedenen politischen Bereichen:

Inhalt:

  • Vorwort
  • Forderungen zur Landtagswahl 2026
  • Schneller, moderner, fair: Vergabebeschleunigung aus Sicht des Handwerks
  • Handwerk braucht verbindliche Mittelstandspolitik
  • Betriebsnachfolge: Der demografische Wandel kommt im Handwerk an
  • Zukunft gestalten – mit dem Freiwilligen Berufsorientierungsjahr
  • Wehrdienst modernisieren – aber mit Augenmaß
  • Region Stuttgart zwischen Innovationsanspruch und Transformationsdruck
  • EU-Binnenmarktstrategie

Inhalt:

  • Vorwort
  • Bewertung der Koalitionsvereinbarung aus Handwerkssicht
  • Azubi-Wohnen für die Region Stuttgart
  • Arbeiten im Handwerk lohnt sich – auch finanziell
  • Fachkräftesuche nach wie vor schwierig
  • Entlastung bei Berichtspflichten in Sicht
  • Trumps-Zoll-Chaos: Auch das Handwerk ist betroffen
  • Handwerk vereint über Grenzen hinweg

Konjunkturberichte

Unsere Konjunkturberichte erscheinen einmal im Quartal und fassen die Entwicklung der Handwerkswirtschaft in den sechs Stadt- und Landkreisen der Region Stuttgart zusammen:

Konjunkturberichte: Am Puls der regionalen Wirtschaft

Strukturberichte

Gemeinsam mit der IHK Region Stuttgart, der IG Metall& und dem Verband Region Stuttgart geben wir darüber hinaus alle zwei Jahre neue Strukturberichte heraus:

Strukturberichte: Wirtschaft und Beschäftigung im Fokus

Zahlen, Daten, Fakten

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Daten, Zahlen und Fakten zu den gut 30.000 Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart und ihren Auszubildenden und Beschäftigten:

Statistik: Die Daten, Zahlen und Fakten des Handwerks

 




Über unsere politische Arbeit

Wir machen uns in Politik und Öffentlichkeit für die Interessen des Handwerks stark. Denn wir kennen die Menschen und die Betriebe, wissen um ihre Problemen und die Chancen in derRegion Stuttgart. Deshalb können wir richtig und schnell reagieren. Das hilft nicht nur dem einzelnen Betrieb, sondern dem Handwerk insgesamt, seine Rolle als eigenständiger Wirtschaftszweig auch in Zukunft zu bewahren.

Damit sorgen wir für die Freiräume, die Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen.

Unser Ziel ist es, politische Positionen zu entwickeln und nach außen zu tragen. Dafür verfolgen wir aktuelle politische Debatten und bewerten sie in ihren Auswirkungen auf das Handwerk und die Kammer und entwickeln Standpunkte zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundsatzfragen mit Bezug zum Handwerk.

Im Schulterschluss mit anderen wichtigen gesellschaftlichen Akteuren setzen wir uns in Gremien wie derFachkräfteallianz Region Stuttgart dafür ein, politische Weichenstellungen so zu setzen, dass die Region Stuttgart auch zukünftig ein leistungsstarker Wirtschaftsraum ist.

Wir engagieren uns nicht nur regional, sondern auf allen politischen Ebenen für das Handwerk:

  • Kommunen: Wir kümmern uns darum, dass einzelne Kommunen die Gewerbesteuer nicht zu weit in die Höhe schießen lassen.
  • Region: Wir weisen bei der Flächen- und Verkehrsplanung darauf hin, wie sehr das Handwerk auf eine gute Infrastruktur und Gewerbeflächen angewiesen ist.
  • Land: Wir machen deutlich, wie gut oder schlecht die Bildungspolitik die Interessen des Mittelstands und die Förderung der Dualen Ausbildung berücksichtigt.
  • Bund: Wir sensibiliseren den Bund dafür, seine Sozialgesetzgebung mit allen gesellschaftlichen Gruppen abzustimmen – also auch mit dem Handwerk.
  • EU: Wir kämpfen für den deutschen Meisterbrief und erklären immer wieder dessen Sonderstellung.


amh-online.de/Sascha Schneider



Gesine Kapelle

Politikreferentin

Heilbronner Straße 43

70191 Stuttgart

Tel. 0711 1657-262

gesine.kapelle--at--hwk-stuttgart.de

Harald Brendel/hbpictures.de

Sandra Schubert

Politikreferentin

Heilbronner Straße 43

70191 Stuttgart

Tel. 0711 1657-307

Mobil 0151 65037697

Sandra.Schubert--at--hwk-stuttgart.de