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Sonderwege ins Handwerk

Manchmal stehen persönliche Defizite, Lernschwächen, Behinderungen oder Lebensumstände einer Ausbildung in einem regulären Handwerksberuf entgegen. Eine Alternative sind Ausbildungsregelungen der Handwerkskammer: Sie reduzieren den theoretischen und praktischen Inhalt einer Regelausbildung.

 Diese Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gibt es

Es handelt sich um Ausbildungsregelungen der Handwerkskammer für Abschlüsse wie zum Beispiel Fachpraktiker oder Fachwerker. Die gesetzliche Grundlage für die Ausbildungsregelungen findet sich in der Handwerksordnung (§ 42r HwO).

In einer meist dreijährigen Lehrzeit werden sie in speziellen Ausbildungsgängen unterrichtet und sind oft in einzelne Bausteine gegliedert. In der Region Stuttgart werden im Wirtschaftszweig Handwerk die nachfolgenden Ausbildungsgänge als Rehabilitationsmaßnahmen angeboten.



Beruf
Ausbildungsdauer   
Bäckerfachwerker36 Monate
Bau- und Metallmaler, Fachrichtung Fahrzeuglackierer36 Monate
Bau- und Metallmaler, Fachrichtung Maler36 Monate
Fachpraktiker Fleischer36 Monate
Fachwerker für Feinwerktechnik36 Monate
Fachpraktiker für Holzverarbeitung36 Monate
Fachwerker für Metallbautechnik36 Monate
Fachpraktiker für Kraftfahrzeugmechatronik42 Monate
Fachpraktiker für Metallbau42 Monate
Werker für Feinwerktechnik24 Monate


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 Alle Bildungsträger in der Region Stuttgart

Auf die Ausbildung in den genannten Berufen hat sich eine Reihe von Bildungsträgern spezialisiert. Sie verfügen über geeignete Werkstätten, in denen die praktische Ausbildung stattfindet. Meist bieten sie angegliederte Sonderberufsschulen, die den theoretischen beziehungsweise schulischen Teil der Ausbildung abdecken.

Den Kontakt zur Berufspraxis stellen ergänzende Praktika her, die in Betrieben der freien Wirtschaft absolviert werden. In einigen Berufen findet die Ausbildung vollständig in einem Betrieb statt, die Fachleute der Bildungsträger begleiten dann die Ausbildungen.

Übersicht der Bildungsträger

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artalis, kikkerdirk - Fotolia.com, Montage: HWK

 


 Der Weg zum Fachpraktiker/Fachwerker/Berufsabschluss für Menschen mit Behinderung

Kostenträger und erste Anlaufstelle für Interessierte sind die regionalenAgenturen für Arbeit.

Erfahrene Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit führen eine so genannte "Reha-Beratung" durch, die als erster Schritt nicht ausgelassen werden darf. Die Anmeldung zu einem der Bildungsträger erfolgt nach diesem Gespräch und mit Zustimmung des Beraters der Arbeitsagentur.

Fragen Sie in der Arbeitsagentur Ihres Wohnorts nach dem zuständigen Reha-Team. Die Mitarbeiter helfen Ihnen dort gerne weiter:

Berufliche Rehabilitation

Nach dem ersten Kontakt mit der vom Reha-Team zugewiesenen Bildungseinrichtung, die diese besonderen Ausbildungen durchführt, steht die Frage im Vordergrund, für welche Art von Ausbildung sich ein Interessent eignet. Um das herauszufinden, gibt es Aufnahme- und Informationsgespräche, denen sich eine handwerkliche und schulische Erprobung anschließen kann.

Am Ende dieser Testphase steht ein individuelles Eignungsprofil. Bildungseinrichtung und Reha-Team der Agentur für Arbeit können auf der Grundlage dieses Profils eine Empfehlung über eine Fördermaßnahme oder eine Ausbildung aussprechen.

Kommen die Berater beider Einrichtungen zu dem Ergebnis, dass ein Bewerber ausbildungsreif ist und Berufswunsch sowie Eignung für den Beruf übereinstimmen, steht der Ausbildung nichts mehr im Wege.

Oft herrschen unter den Jugendlichen jedoch noch keine festen Vorstellungen über ihren beruflichen Werdegang. Die Reha-Berater können dann vor der Ausbildung die Teilnahme an einer Berufsvorbereitung empfehlen, einer so genannten BvB-Maßnahme (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme). Viele Bildungsträger bieten solche Maßnahmen an und bilden später auch aus.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmensind einer Ausbildung zeitlich vorgeschaltet und sollen den Einstieg in die Lehre erleichtern. Kostenträger ist die Agentur für Arbeit. Am Ende einer Maßnahme steht der Einstieg in eine reguläre oder eine durch die Agentur für Arbeit geförderte Ausbildung.

BvB-Maßnahmen richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren. Sie lernen verschiedene Berufsfelder kennen und werden in den beruflichen Schlüsselkompetenzen geschult. Praktische Werkstattarbeit wird durch Schulunterricht in der Sonderberufsschule ergänzt. Die Dauer einer solchen Maßnahme richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer, ist aber spätestens nach elf Monaten beendet.

Welche weiteren Voraussetzungen zu erfüllen sind, um an einer BvB-Maßnahme teilnehmen zu können, wissen die Mitarbeiter des Reha-Teams.

Ausbildung

Für diese Ausbildung gilt ebenfalls das duale Ausbildungsprinzip. Die praktische Ausbildung in den Werkstätten des Bildungsträgers wird durch Unterricht in der Sonderberufsschule ergänzt. Zusätzlich verfügen die meisten Bildungsträger über fachkundige sozialpädagogische Mitarbeiter, die die Jugendlichen auf ihrem Ausbildungsweg unterstützen. Praktika in Betrieben der freien Wirtschaft ergänzen die Lehrzeit.

Details zur Ausbildung finden Sie in den Beschreibungen der einzelnen Berufe, die oben aufgelistet sind. Unter gewissen Umständen kann eine Ausbildung in diesen Berufen auch in Kooperation mit einem Handwerksbetrieb und einem Bildungsträger erfolgen. Informationen dazu geben ebenfalls die Reha-Berater.

Wie es nach der Teilnahme an einer BvB-Maßnahme oder nach dem Abschluss weitergeht, hängt von den Voraussetzungen jedes Einzelnen ab.

Im Idealfall münden die Angebote in ein intaktes Berufsleben, das nur noch wenige oder gar keine Unterschiede mehr zu den „klassischen“ Wegen in den Beruf aufweist.

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Ingrid-Duenzl

Ingrid Dünzl

Ausbildungsberaterin (Landkreis Göppingen, Rems-Murr-Kreis)

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70191 Stuttgart
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