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Voraussetzungen für die Existenzgründung

Zu Beginn jeder Selbstständigkeit im Handwerk stellt sich eine entscheidende Frage: Brauche ich einen Meisterbrief oder geht es auch ohne? Zwingend erforderlich ist er in vielen Gewerken nicht - aber nach den Gesetzen des Marktes ist es von großem Vorteil, ihn zu haben.

Der Meisterbrief als Gütesiegel

Der Meisterabschluss war im Handwerk schon immer etwas Besonderes. Denn der Meisterbrief steht für Werte, die ohne diesen Abschluss schwer unter Beweis zu stellen wären: Fachkompetenz, technisches Know-how, Führungswissen und soziale Kompetenz.

Der Imagegewinn ist also enorm. Und daher lohnt sich der Meisterbrief für jeden Handwerker, der sich mit dem Gedanken trägt, irgendwann sein eigener Chef zu werden.

Zwar ist der Qualifikationsnachweis nur noch in den 41 Berufen des sogenannten "Vollhandwerks" zwingende Voraussetzung, um ein Unternehmen gründen zu dürfen. In den "zulassungsfreien Handwerken" und den "handwerksähnlichen Gewerben" geht es auch ohne ihn. Im Prinzip! Denn für die Kunden des Handwerks hat der Begriff "Meisterbetrieb" eine Strahlkraft wie der Doktortitel für Mediziner: Wer zum Arzt geht, möchte zum Doktor, wer einen Handwerker braucht, fragt nach einem Meister.

Allgemeine-Infos-Meister-Ausbildung
creative studio - Fotolia.com

Und es gibt weitere Gründe für den Erwerb des Meisterbriefs:

  • Wer Meister ist, darf Azubis ausbilden. Mit seinem Meisterbrief erwirbt sich ein Handwerker also das Recht, sein Wissen offiziell weiterzugeben. Meister können sich für ihr Unternehmen genau die Fachkräfte aufbauen, die sie benötigen: Experten aus dem eigenen Betrieb für den eigenen Betrieb.

  • Meister verfügen mit ihrem Abschluss über eine Qualifikation, die ihnen auch in einer abhängigen Beschäftigung als Arbeitnehmer Vorteile bringt: Sie verdienen ganz einfach besser. Außerdem stehen Meistern auch viele weiterführende Studiengänge unterschiedlichster Bildungsträger offen.

Es spricht also vieles für den eigenen Meisterbrief: Mehr Know-how, ein höheres Ansehen bei der Kundschaft, die Option, selbst auszubilden, eine höhere Qualifikation. Und zuletzt: Wenn ein Handwerker nicht beabsichtigt, ein eigenes Unternehmen zu führen, verbessert er mit dem Meisterbrief dennoch seinen Wert auf dem Bewerbermarkt. Handwerksmeister sind auch in der Industrie geschätzte und begehrte Fachkräfte. Und im Handwerk sowieso.



Zulassungspflichtige und zulassungsfreie Gewerke

Die Handwerksordnung (HwO) unterscheidet zwischen den Berufen der zulassungspflichtigen und denen der zulassungsfreien Handwerke.

Wer sich in einem Handwerk selbstständig machen möchte, das zulassungspflichtig ist, benötigt dafür entweder selbst einen Meisterbrief, einen entsprechend gleichwertigen Qualifikationsnachweis oder aber einen bei ihm angestellten Betriebsleiter, der über einen solchen verfügt.

Ob ein Handwerk zulassungspflichtig oder zulassungsfrei ist, erfahren Sie hier:

Weitere Informationen





Voraussetzungen für den Meisterbrief

Für wen der Meisterbrief erforderlich ist, dürfte nun klar sein.  Aber wie bekomme ich ihn? Die Voraussetzungen dafür sind von Handwerk zu Handwerk verschieden.

Wir haben für jedes Handwerk, für das bei uns ein Meisterprüfungsausschuss besteht, ein Informationsblatt zusammengestellt, das beschreibt, welche Wege dort zum Meisterabschluss führen können, und welche Regeln jeweils gelten. Momentan gibt es bei der Handwerkskammer Region Stuttgart für folgende Gewerke Prüfungsausschüsse:

  • Bäcker
  • Behälter- und Apparatebauer
  • Buchbinder
  • Elektromaschinenbauer
  • Elektrotechniker
  • Feinwerkmechaniker
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Friseure
  • Galvaniseure
  • Informationstechniker
  • Installateur und Heizungsbauer
  • Klavier- und Cembalobauer
  • Klempner
  • Konditoren
  • Kraftfahrzeugtechniker
  • Landmaschinenmechaniker
  • Maler und Lackierer
  • Maßschneider
  • Maurer und Betonbauer
  • Metallbauer
  • Modisten
  • Müller
  • Ofen- und Luftheizungsbauer
  • Orgel- und Harmoniumbauer
  • Orthopädietechiker
  • Raumausstatter
  • Sattler und Feintäschner
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Stuckateure
  • Tischler/Schreiner
  • Zahntechniker
  • Zimmerer

Die Infoblätter zu den Meisterprüfungen in diesen Berufen können Sie hier herunterladen:

 Info-Blätter zur Meisterprüfung



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Julia Holschumacher

Teamleiterin Prüfungswesen

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