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Digitalisierung: So nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit

In Teil 10 unserer Serie zeigen wir Betriebsinhabern, wie sie die Belegschaft bei der Digitalisierung erfolgreich mitnehmen.

Schaffen Sie Akzeptanz und eine "digitale Kultur"

Experten sind sich einig: Alle Digitalisierungsbemühungen hängen davon ab, ob und wie Mitarbeiter neue Arbeitsweisen akzeptieren und anwenden können. Aber wie nimmt man seine Mitarbeiter bei der Digitalisierung erfolgreich mit? Entscheidend ist dabei: Es muss nicht nur die reine Anwendungskompetenz im Umgang mit neuen Technologien, Endgeräten und Software vermittelt werden.

Oft herrscht trotz professioneller Anwendungsschulungen einfach keine "digitale Kultur" im Unternehmen.

Zum einen fehlt es häufig noch an Erfahrung in der Anwendung und im Umgang mit der zunehmenden Informationsflut sowie der Flexibilität, die digitales Arbeiten erfordert. Zum anderen begegnen Mitarbeiter Veränderungen meist dann skeptisch, wenn sie deren Gründe, Folgen und Sinnhaftigkeit nicht auf Anhieb nachvollziehen können. Diese Reaktionen werden von Betriebsinhabern leider oft auf die leichte Schulter genommen.

Mit dieser dreiteiligen Erfolgsformel können Unternehmer diese Herausforderungen aber meistern:



 Infos, Infos, Infos

Für den Erfolg von Digitalisierung ist es zentral, dass Mitarbeiter über Veränderungen informiert werden:

  • Erklären Sie, weshalb die Veränderung die Organisation positiv beeinflusst.
  • Beantworten Sie Fragen wie: Was beinhaltet der Wandel und wie soll das Endergebnis aussehen? Wo soll die Reise hingehen?
  • Stellen Sie klar, wie und wie stark sich Mitarbeiter beteiligen können bzw. sollen, um Enttäuschung zu vermeiden.
  • Laden Sie offen zu Informationsrunden ein. So kann jeder, der sich betroffen fühlt, teilnehmen.


Ängsten begegnen

Ohne Informationen können Mitarbeiter Veränderungen falsch interpretieren und unbegründete Ängste entwickeln - zum Beispiel, für den Einsatz neuer Technologie nicht qualifiziert zu sein, sich mit Unwissenheit über IT-Fachbegriffe zu blamieren oder gar überflüssig zu werden. Über diese drei Aspekte machen sich Mitarbeiter häufig Sorgen:

  • Kontrolle über Arbeitsbedingungen
  • Position innerhalb des Unternehmens
  • Arbeitsbelastung

Besprechen Sie daher mit Ihren Mitarbeitern, welche Bedenken sie bezüglich der Digitalisierung haben, welche Auswirkungen die Neustrukturierung bringt und - ganz wichtig - welche nicht.



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 Betroffene zu Beteiligten machen

Häufig werden Mitarbeiter nicht in komplexe Projekte einbezogen, da sie diese vermeintlich nicht erfassen könnten. Oft aber führt gerade das Einbeziehen zu effektiveren und effizienteren Lösungen.

  • Die Einbindung der Mitarbeiter in die Planung und Erprobung digitaler Neuerungen sollte frühzeitig geschehen.
  • Bei entsprechenden Gesprächen kann der Chef - etwa für Auszubildende - einschüchternd wirken. Indem Sie jungen Mitarbeitern zum Beispiel als "Digital Natives" einen Expertenstatus verleihen, können Sie deren Wissen besser erschließen.
  • Testen Sie gemeinsam mit Mitarbeitern zum Beispiel kostenlose Demo-Versionen neuer Software und erarbeiten Sie gemeinsam, welche organisatorischen Veränderungen Ihr Digitalisierungsprojekt notwendig machen könnte.

Alle Serienbeiträge auf einen Blick

Hier finden Sie alle Beiträge aus unserer Serie "Digitalisierung? Was geht mich das an?" im Überblick:

Archiv: Serie "Digitalisierung? Was geht mich das an?"

Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere Serie "Was tut die Kammer für mich?", in der wir über 50 unserer kostenfreien Dienstleistungen für Handwerksbetriebe vorstellen:

Archiv: Serie "Was tut die Kammer für mich?"

 
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Alexander Schwarz

Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT), Schwerpunkt Inklusion im Handwerk

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Thomas Gebhardt

Beauftragter für Innovation und Technologietransfer (BIT), Schwerpunkt Digitalisierung

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