Pressenachricht Nr. 058/2008 vom 30. Oktober 2008

Steuerbonus auch für Handwerkerleistungen verbessern

Bonus kann Wachstumssignal setzen

Das vom Bundeskabinett beschlossene Maßnahmenpaket zur Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen privater Haushalte ist für das Handwerk nicht akzeptabel. "Das Paket schließt Instandhaltungs- und Modernisierungsvorhaben im privaten Haushalt aus", erklärt Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Entgegen der noch im September 2008 skizzierten Zusammenfassung der Fördertatbestände profitieren nach derzeitigem Stand nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im privaten Haushalt, die Beauftragung von Pflegeleistungen und sogenannten allgemeinen haushaltsnahen Dienstleistungen wie Garten-, Textil- und Gebäudereinigungsleistungen von einem deutlich höheren steuerlichen Abzugsbetrag. "Das Handwerk bleibt damit außen vor", bedauert Claus Munkwitz.

Handwerkliche Tätigkeiten im privaten Haushalt sind vor allem Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die vom Bau- und Ausbaugewerbe ausgeführt werden. "Vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession im Jahr 2009 müssen diese Stützen der deutschen Volkswirtschaft zwingend in die Verbesserung der steuerlichen Abzugsfähigkeit einbezogen werden", fordert der Kammerchef. Ein Ausschluss des Handwerks sei weder wirtschaftlich noch politisch nachvollziehbar.

Wie Munkwitz betont, sei ein verbesserter Steuerbonus für Handwerkerleistungen auch finanzierbar. Auf der Grundlage der Ist-Zahlen der Finanzverwaltung "kostet" der Steuerbonus für Instandhaltungs- und Modernisierungsaufwendungen bis dato nicht einmal die Hälfte der in den öffentlichen Haushalten veranschlagten 1,1 Milliarden Euro pro Kalenderjahr. Gerade in privaten Haushalten ist die "schwarze Beauftragung" weit verbreitet. Ein verbesserter Steuerbonus ist ein taugliches Instrument, um die Schattenwirtschaft einzudämmen.

Durch eine Verlagerung von Umsätzen aus der Schattenwirtschaft in die legale Wirtschaft sind zusätzliche Einnahmen durch Mehrwert- und Unternehmenssteuern zu erwarten. Munkwitz: "Der Steuerbonus könnte sich sehr wahrscheinlich sogar selbst finanzieren." Zudem würde der verbesserte Steuerbonus für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im privaten Haushalt ein klares Wachstumssignal für den Mittelstand setzen.

Auch der umwelt- und energiepolitische Aspekt des Steuerbonus müsse berücksichtigt werden. Er könne im privaten Gebäudebestand deutlich zur Verbesserung der Energieeffizienz und damit zum Klimaschutz beitragen. "Von den sinkenden Energiekosten würden dann auch die Auftraggeber profitieren", sagt Hauptgeschäftsführer Munkwitz.

 


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