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Video-Serie: "Was tut die Kammer für mich?" - Teil 15: Inklusionsberatung

In der Serie "Was tut die Kammer für mich?" stellen wir Ihnen regelmäßig unsere kostenlosen Serviceleistungen vor. In Folge 15 zeigt Inklusionsberater Alexander Schwarz, wie er Betrieben bei der Einstellung und Beschäftigung von Mitarbeitern mit Behinderung zur Seite steht.



Ungenutztes Fachkräftepotenzial erschließen

Inklusion – der Begriff begegnet einem immer häufiger. Doch was heißt Inklusion eigentlich und was hat sie mit Handwerksbetrieben zu tun? „Es ist ganz einfach: Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung ohne Hürde in unserer Gesellschaft leben können – ob in der Freizeit oder auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Alexander Schwarz, Inklusionsberater der Handwerkskammer Region Stuttgart. „Viele Arbeitgeber können jedoch nur schwer einschätzen, was die Einstellung eines Mitarbeiters mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen für ihren Betrieb bedeutet. Sie fürchten einen hohen bürokratischen Aufwand". Dabei sind Menschen mit Behinderung laut Arbeitsagentur im Durchschnitt höher qualifiziert als andere Arbeitslose und damit eine höchst attraktive Mitarbeitergruppe.

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Genau hier haben wir mit einem umfassenden Beratungsangebot angesetzt, um Betrieben den Zugang zu diesem größtenteils noch unerschlossenen Fachkräftepotenzial zu erleichtern. Seit Anfang 2015 ist Alexander Schwarz Ansprechpartner für Unternehmer, die Bewerber mit Handicap ausbilden, einstellen oder einen leistungsgewandelten Mitarbeiter weiterbeschäftigen möchten, denn „85 Prozent der Schwerbehinderungen entstehen durch Krankheiten im Laufe des Lebens“, betont Schwarz.

Viele Menschen verbänden mit dem Wort „Behinderung“ hauptsächlich einen Rollstuhl. Jedoch zählen auch viele nicht sichtbaren Beeinträchtigungen dazu wie Rheuma, Legasthenie oder Diabetes dazu. „Viele Betroffene brauchen im Arbeitsleben gar keine oder nur kleine Hilfestellungen“, erklärt Schwarz, „und auch das oft zitierte Vorurteil, behinderte Arbeitnehmer seien unkündbar, stimmt nicht.“ Doch das Arbeitsrecht ist nicht der einzige Bereich, in dem der Inklusionsberater Klarheit schafft: „Eine typische Frage ist: Mit welcher Behinderung kann ein Arbeitnehmer was und wie viel?“ Auch notwendige Veränderungen im Betrieb und vor allem die vielfältigen Fördermöglichkeiten bespricht Schwarz ganz individuell mit den Arbeitgebern und stellt Kontakt zu weiteren Beratungsstellen her, wie dem Integrationsfachdienst oder dem Reha-Team der Agentur für Arbeit.



Gelungene Inklusion in Bad Ditzenbach

Auch in der Bäckerei Kalik in Bad Ditzenbach war der Inklusionsberater schon zu Besuch. Seit mehreren Jahren arbeitet Felix Beisenwenger bei Bäckermeister Nico Kalik in Geislingen. Nach einem Praktikum und einer zweijährigen Maßnahme des Integrationsfachdienstes, während der der zu 60 % geistig behinderte Lehrling bereits vier Tage in der Woche im Betrieb arbeitete, stellte Nico Kalik ihn ein: „Ich finde es toll und ganz wichtig, dass die Kammer eine Inklusionsberatung anbietet. So werden auch andere Betriebe motiviert, Menschen mit Behinderung einzustellen“, erklärt der Bäckermeister. „Ich denke, in jedem Betrieb gibt es Tätigkeiten, die man auch mit Beeinträchtigung ausüben kann.“

Auch wenn es manchmal etwas länger dauert, bis die Abläufe erklärt sind – „was einmal drin ist, sitzt. Felix liefert hervorragende Qualität ab und ist ein fester Teil des Betriebs geworden.“ Das kann Felix Beisenwenger nur bestätigen: „Wir sind hier eine große Familie. Ich liebe meinen Beruf und bin froh, dass das mit der Ausbildungssuche bei mir ziemlich schnell ging.“ Beworben hat sich Felix Beisenwenger mit Videos und Bildern, da er kaum Lesen und Schreiben kann. „Das fand ich super, er hatte sich sehr gut vorbereitet“, erzählt Nico Kalik. Sein Wunsch an die Integrationsarbeit der Kammer ist vor allem, auch den schulischen Aspekt im dualen Ausbildungssystem zu erleichtern. „Ich möchte, dass Handwerksbetriebe allen Menschen die Chance auf eine Ausbildung geben können, auf die sie ein sicheres Berufsleben aufbauen können.“

Mehr Infos zum Thema Inklusion geben Alexander Schwarz, Bäckermeister Nico Kalik und Felix Beisenwenger im Video.

"Was tut die Kammer für mich?" - Alle Video-Beiträge auf einen Blick

Alle bisher erschienen Beiträge, in denen wir Ihnen in kurzen Videoclips unsere kostenfreien Beratungsleistungen vorstellen, finden Sie in unserem Video-Archiv .



Alexander-Schwarz

Alexander Schwarz

Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT), Schwerpunkt Inklusion im Handwerk

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